vorgestern konnten wir nach über zwei jahren endlich wieder einmal in unserer heimatstadt spielen. ein netter abend mit aktiver unterstützung des global noise movements und der riesaer krachkollegen von maschinenkrieger kr52 vs. disraptor stand den besuchern des thrillbeat clubs bevor.
wie üblich, zickte die technik am nachmittag dieses tages wieder einmal. ich kann mich kaum erinnern, dass irgendwann mal nicht leichte panikattacken den/die tag(e) vor einem gig bestimmten. aber dank ausgefeiltster backupstrategien war der auftritt letztlich nicht gefährdet.
die maschinenkrieger waren trotz krankheitsbedingter spontanumbesetzung sehr agil, lärmfreudig und knallten dem gut gelaunten publikum eine gute stunde lang ein derbes brett vor den kopp. ein heftig beatorientiertes set, dem gegen ende ein paar müde beine tribut zollen mussten.
nach kurzer umbaupause enterten wir mit dem ersten einer ganzen reihe neuer songs für diesen abend die bühne: “no apoyarse en el cristal” markierte einen relativ ruhigen und klaren auftakt, welchen wir mit “get lost” ebenfalls sehr elektronisch und verspielt weiterführten. etwas lärmiger und rhythmischer stampfte dann “google ate my startup” im “toolbar mix” aus den boxen, gefolgt von einem weiteren neuling namens “20tah”.
völligen verlust der körperkontrolle propagierte danach die “mühsal der kosmonautenkrankheit”, um darauffolgend bei “luminous dashboard” in einer nagelneuen knapp achtminütigen electronica-fassung wieder zu kräften zu kommen.
unbekannten künstlern (besser bekannt als “artist unknown”) huldigten wir im stück “control”. dass die dresdner ein gebildetes völkchen sind, bewies der junge mann im publikum, der das original erkannte und sich zu recht drüber freute.
eine live-improvisation, welche erfreulicherweise besser funktionierte als bei den proben, folgte auf dem fuss: die live-kopulation der songs “running order” und “prototype” zu einer herb-knirschenden masse, welche das publikum sehr dankbar annahm. sex sells halt, is’ logisch.
das sich sozialkritik bestens in tanzmusik übermitteln lässt, bewiesen “you look so orsay” im “pink fashion mix” sowie unser musikalischer aufruf zur völkerverständigung namens “taepo-dong-2″ als “world domination mix”.
das vorab geplante set sah als nächsten und letzten track “edelstahlpolonaise” als vertreter des verschrobenen hyt-humors vor. aufgrund der tanzgelaunten meute vor der bühne, der jugend des abends und des wohlwollens des veranstalters schoben wir spontan den erst 2 tage vorher entstandenen und nicht komplett fertigen track “seismik” ein. dessen ende war schlichtweg akut improvisiert, was durch einsatz größerer mengen klangballistik auf die ohren der beinewerfenden zuhörer jedoch trotzdem knorke funktionierte und in beifall statt fiasko endete.
zwei weitere tracks fügten wir dann noch ebenfalls spontan nach dem geplanten “rausschmeißer” ein, es handelte sich hierbei um das beliebte “dark rhythm noise anthem” in der 2006er version (da völlig unvorbereitet jedoch leider ohne batida-ausschank) sowie als kleines lunchpaket für den heimweg noch “sharing solar ressources”.
ein unglaublich geiler abend dank eines enorm feierfreudigen publikums, funktionierender (teils not-)technik und flotter, live gut funktionierender tanzmusik – schlichtweg unser bislang bester auftritt. danke, dresden!
PS: audio und video sind mitgeschnitten. wir überlegen mal in ruhe, was wir damit anfangen…